Baby schläft nicht alleine ein – Was können Sie tun?

Ihr Baby schläft nicht alleine? Dieses Problem teilen Sie mit vielen Eltern. Generell haben wir in westlichen Gesellschaften eine seltsame Beziehung zum Schlaf von Babys.

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Kind will nicht alleine schlafen

Baby schläft nicht alleine: Sind die Eltern schuld?

Viele junge Eltern fühlen sich schuldig, wenn ihr Kind nicht allein einschläft. Es kommt zwar zur Ruhe, aber oftmals schläft das Baby nur in den Armen der Mama und manchmal denen des Papas. Dahinter stecken angebliches Versagen der Eltern oder – schlimmer noch – ein handfestes Schlafproblem des Kindes. Ein Baby schläft nicht alleine – da muss doch etwas nicht stimmen! Diese Auffassung ist nach Meinung vieler Kinderärzte und auch Schlafforscher falsch. Vielmehr mangelt es den meisten Eltern an der Einführung eines gelungenen Schlafrhythmus oder Rituals.

Schläft das Baby nicht alleine ein, liegt das meist am Mangel eines Schlafrhythmus oder eines Rituals. Hier können Eltern nachhelfen.

Unbewusst steckt dahinter die Vorstellung, dass es eigentlich gar nicht so normal sei, ein Baby alleine schlafen zu lassen. Immerhin hat es neun Monate im Bauch der Mama zugebracht. Wie soll es urplötzlich allein zurechtkommen? Dieser Gedanke ist gar nicht so abwegig, denn das Menschenbaby ist im Vergleich zu vielen Tierbabys ein wahrlich hilfloses Geschöpf. Zunächst ist es praktisch unbeweglich, denn es kann anfangs weder krabbeln noch sich selbstständig umdrehen, vom Artikulieren seiner Wünsche oder gar Laufen ganz zu schweigen.

Da liegt der Gedanke nahe: Das Baby schläft nicht alleine – wie auch, wo es doch insgesamt so hilflos ist? Es kann sich nicht einmal an der Mama festhalten (was zum Beispiel Affenbabys von Anfang an können).

Kind will nicht alleine schlafen: Fokussierung auf die Mama

Babys sind vor allem auf die Mutter fokussiert, die alles hat, was sie brauchen – die Brüste mit der Muttermilch, den warmen Körper mit dem Herzschlag, die beruhigende Stimme und auch die Arme, die es als Einschlafhilfe halten können. Das unreife Menschenbaby möchte das Gesamtprogramm, die Mama gibt es ihm anfangs voller Begeisterung.

Schon nach wenigen Tagen muss sie aber feststellen: Das Baby schläft nicht alleine, und zwar niemals. Das wird der liebevollsten Mutter zu viel, die selbst ihren Schlaf braucht. Nun muss zwischen zwei wesentlichen Punkten unterschieden werden:

  • Das Baby schläft nicht alleine ein, doch eine unausgesetzte Einschlafhilfe durch die Mama ist unzumutbar. Die Mama würde an die Grenze ihrer Belastbarkeit und darüber hinaus gelangen.
  • Das Baby benötigt aber den sehr häufigen Körperkontakt zur Mama. Dieser reguliert nach wie vor – wie schon in der Schwangerschaft – lebenswichtige Körperfunktionen des Babys wie seine Atmung, den Blutdruck, die Temperatur, die Sauerstoffsättigung, das Wachstum und vor allem das Stressniveau.

Die Atmung der Mutter beispielsweise fördert die gleichmäßige Atmung des Babys. Sie ist damit unter anderem eine wichtige Einschlafhilfe. Das Kind schläft nicht alleine ein, weil das zunächst eine neurobiologische Krise auslöst. Plötzlich ist es bei einem seiner grundlegendsten Bedürfnisse auf sich allein gestellt. Das ist keinesfalls nur ein subjektives Empfinden des Babys. Vielmehr ist erwiesen, dass allein zu schlafen zu den größten Risikofaktoren für einen plötzlichen Kindstod gehört.

Baby schläft nicht alleine: Wie können Einschlafrituale helfen?

Einschlafrituale helfen in jedem Fall. Allerdings ist nicht zwingend vorgesehen, dass eine Grundvoraussetzung das eigene Babybett ist. Dieses ist nämlich eher eine Erfindung der europäischen Gesellschaft. In vielen anderen Kulturen gehören Familienbetten zur Norm, und zwar nicht nur in Frühgesellschaften bzw. bei Naturvölkern, sondern auch im sehr fortschrittlichen Japan, wo Mütter etwa bis zum dritten Lebensjahr mit dem Baby zusammen schlafen.

Besonders in europäischen Regionen schläft das Baby nicht alleine ein, weil es nicht zu seiner Natur gehört.

Niemand quartiert dort ein Kind aus oder lässt das Baby nachts weinen, bis es schläft. So kann es schnell dazu führen, dass das Baby nachts nicht schläft. Das war auch in Europa etwa bis ins 19. Jahrhundert die Norm, doch kulturelle Vorstellungen wandeln sich manchmal schnell – auf jeden Fall sehr viel schneller als die Biologie. Mütter, die kurz nach der Geburt wieder arbeiten gehen, möchten selbst allein schlafen. Ihr Baby schläft nicht alleine: Das könnte ein ernsthaftes Karrierehemmnis sein. Diesen Fakt wollen wir keinesfalls kommentieren, es geht auch nicht immer nur um “Karriere” mit einem leicht negativen Beigeschmack.

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Es geht auch um junge alleinerziehende Mütter, die zwingend arbeiten müssen, oder um Familien, in denen beide Elternteile zwingend arbeiten müssen, um zurechtzukommen. Das Baby soll daher so zeitig wie möglich lernen, allein einzuschlafen. Das ist mit Einschlafritualen möglich, zu denen allerdings anfangs gehören kann (daher der kurze kulturelle Diskurs), dass sich ein Elternteil gelegentlich zum Einschlafen mit ins Bett legt. Kurz nach dem Einschlafen wird das Kind dann in sein Babybett umgelegt.

Diese Einschlafhilfe von Mama oder Papa wird von einem strikten Einschlafritual begleitet, welches das Baby als noch wichtiger wahrnimmt. Alsbald dürfte es auch ohne “Begleitung” einschlafen, wenn nur das Einschlafritual strikt durchgehalten wird.

Baby schläft nicht alleine

Ihr Baby schläft nicht alleine? Probieren Sie folgende 6 Schritte:

  1. Schaffen Sie dem Baby den kuscheligsten Schlafplatz der Welt. Es muss ihn über alles lieben!
  2. Legen Sie alsbald das Baby in dieses Bettchen, wenn es noch wach ist.
  3. Suchen Sie dennoch den Körperkontakt als kleine Einschlafhilfe.
  4. Verwenden Sie ein Nachtlicht, ein Kuscheltier und eine Einschlafmusik.
  5. Sie können auch dem Baby schon eine winzige Geschichte erzählen oder etwas vorsingen.
  6. Halten Sie feste Zeiten zum Einschlafen durch.

Seien Sie vor allem geduldig, aber dennoch konsequent. Das Baby muss sich geborgen fühlen, auch wenn es alleine einschläft.

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