Kindergeld rückwirkend beantragen – So klappt’s

Kindergeld rückwirkend beantragen – Ist das wirklich so eine Herausforderung? Wer für seine Kinder Kindergeld beantragt, muss sich an die Familienkasse wenden. Die Zuständigkeit richtet sich nach der für den Wohnort des Antragstellers zuständigen Agentur für Arbeit. Obwohl die Fachsprache manchmal auch von „berechtigten Kindern“ spricht, sind jedoch alleine die Eltern als Erziehungsberechtigte anspruchsberechtigt. Ihnen und nicht dem Kind steht das ausgezahlte Kindergeld zu.

Kindergeld rückwirkend beantragen

Großeltern, Pflege- und Adoptiveltern haben gleichfalls einen Kindergeldanspruch, sofern sie erziehungsberechtigt sind und das Kind in ihrem Haushalt aufgenommen haben. Der Wohnsitz der Erziehungsberechtigten beziehungsweise der gewöhnliche Aufenthaltsort muss sich in Deutschland befinden.

Werbung

Wie wird Kindergeld beantragt

Gemäß § 67 EStG ist der Kindergeldantrag schriftlich auf dem Formular KG1 und KG1 Anlage Kind bei der zuständigen Familienkasse unter Angabe der Steueridentifikationsnummer von Eltern und Kind einzureichen. Im öffentlichen Dienst Beschäftigte beantragen das Kindergeld bei ihrer Dienststelle beziehungsweise ihrem Dienstherrn. Kindergeld wird für jeden vollen Monat gewährt, in dem die Voraussetzungen vorliegen. Mit diesem unpersönlichen Fachbegriff ist die Anwesenheit eines Kindes im Haushalt des Antragstellers gemeint. Wird das Kind am 30. April geboren, haben die Eltern dennoch ein Anrecht auf Zahlung des Kindergeldes in voller Höhe für den ganzen Monat April.

Bei minderjährigen Kindern gilt dieses Recht ohne weitere Voraussetzungen. Sobald ein Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, erlischt das Recht auf Zahlung von Kindergeld, es denn, das berechtigte Kind befindet sich in einer Ausbildung, besucht weiterhin eine Schule oder absolviert ein Studium. In diesem Fall müssen die Eltern die entsprechenden Bescheinigungen beibringen.

Bis zum 18. Lebensjahr besteht das Recht auf Kindergeld. Danach nur noch unter Abgabe von entsprechenden Bescheinigungen (Studium, etc.).

Das Recht auf Kindergeld Weiterzahlung

Schließt sich nach Beendigung des Schulbesuchs nahtlos eine Arbeitslosigkeit an, weil das berechtigte Kind keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, besteht gleichfalls das Recht auf Weiterzahlung von Kindergeld. In diesem Fall ist dem Kindergeldantrag die Mitteilung Kg11 a für Kinder ohne Arbeit beizufügen. Auch für Kinder mit Behinderung besteht das Recht auf Zahlung von Kindergeld, auch über das 18. Lebensjahr hinaus. Ein Nachweis über die Behinderung ist dem Kindergeldantrag beizufügen.

Da die Familienkassen eine Bearbeitungsdauer von ein bis 1,5 Monaten angeben, sollte der Antrag auf Zahlung von Kindergeld rechtzeitig vor Geburt des Kindes gestellt werden. Die Berechtigung tritt mit Geburt des Kindes ein, gezahlt wird, sobald die Geburtsurkunde vorliegt.

Werbung

Mit dem Formulardienst der Familienkassen kann der Antrag auf Zahlung von Kindergeld auch online erfolgen. Hierzu ist jedoch eine Signatur entsprechend dem Signaturgesetz als Ersatz für die eigenhändige Unterschrift nötig. Die technischen Voraussetzungen für den Online-Kindergeldantrag liegen jedoch noch nicht bei allen Familienkassen vor.

Kindergeld rückwirkend beantragen und Verjährungsfristen beachten

Eltern, die Kindergeld rückwirkend beantragen, müssen jedoch berücksichtigen, dass der Kindergeldanspruch verjährt, wenn er nicht rechtzeitig gestellt wird. Außerdem ist zu beachten, dass sich die Fristen seit dem 01.01.2018 geändert haben. Seit diesem Datum gelten neue Fristen, die sich auch auf die Verjährung und damit auf die rückwirkende Zahlung von Kindergeld auswirken. Wer diese neue Gesetzgebung nicht kennt, muss schlimmstenfalls mit hohen finanziellen Verlusten rechnen. Bis zum 31.12.2017 konnte das Kindergeld rückwirkend für das laufende Anspruchsjahr und bis zu vier Jahren rückwirkend beantragt werden. Wurde das berechtigte Kind im Jahr 2013 geboren, endete die Verjährungsfrist im Festsetzungsverfahren erst am 31.12.2017.

Kindergeld beantragen rückwirkend

Seit dem 01.01.2018 wird Kindergeld rückwirkend für sechs Monate gezahlt

Dabei reichte es aus, den Antrag auf Kindergeld rückwirkend rechtzeitig innerhalb der Vierjahres-Frist zu stellen (§ 160 AO). Der Antrag hemmte die Verjährungsfrist entsprechend. So wurde das Kindergeld auch noch nach Ablauf dieser vier Jahre gezahlt. So großzügig zeigt sich der Staat mittlerweile nicht mehr. Eltern können das Kindergeld rückwirkend nur noch für den kurzen Zeitraum von sechs Monaten ab Antragseingang im Erhebungsverfahren beantragen.

Kindergeld kann bis zu 6 Monate rückwirkend beantragt und ausgezahlt werden.

Kindergeldanträge werden zwar wie bisher im Festsetzungsverfahren berücksichtigt, rückwirkend ausgezahlt wird jedoch nur noch für einen Zeitraum von sechs Monaten und nicht mehr von vier Jahren. Diese Änderungen hinsichtlich der rückwirkenden Auszahlung von Kindergeld traten gemäß Art. 7 Nrn. 6 c und 7 des Steuerumgehungsbekämpfungsgesetzes in Kraft. Dieses neue Gesetz ergänzt § 66 EStG.

Wird Kindergeld rückwirkend gezahlt, ist folgendes zu beachten:

  • neue Verjährungsfristen seit dem 01.01.2018
  • Rückwirkende Zahlung nur noch sechs Monate anstatt vier Jahre
  • Grundlage ist § 66 EStG

Das könnte Sie auch interessieren

Schreibe einen Kommentar