Ablauf künstlicher Befruchtungen: Methodik & Chancen

Für den Ablauf der künstlichen Befruchtung gibt es drei Verfahren:

IUI (Intrauterine Insemination)
IVF (In-vitro-Fertilisation)
ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion, Mikroinjektion)

Der Ablauf einer künstlichen Befruchtung richtet sich nach dem eingesetzten Verfahren. Für werdende Eltern – vor allem für die Mütter – ist zunächst interessant, welches der Verfahren sich eignet. Das hängt für jeden persönlichen Fall von individuellen Faktoren ab.

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Künstliche Befruchtung Ablauf

Ablauf einer künstlichen Befruchtung: die Verfahren im Überblick

Die Intrauterine Insemination (IUI) ist eine “assistierte Befruchtung“

In diesem Fall wird Ihnen (als Patientin) am Tage Ihres Eisprungs die aufbereitete Spermienprobe des Mannes in Ihre Gebärmutter übertragen. Das Sperma wurde vorab einer Zentrifugation unterzogen, was die Dichte und Beweglichkeit der Spermien erhöht. Die Probe gelangt dicht zu den Eileiterabgängen, also zum Ort der Ovulation. Mit einer IUI ist die Chance relativ hoch, schwanger zu werden. Sie erhöht sich noch weiter, wenn vor der IUI der Eierstock mit einer niedrigen Dosis hormonell stimuliert wird. Bei Patientinnen bis zum 35. Lebensjahr lässt sich die Erfolgschance verdoppeln, wenn die Insemination und die Kontraktionen Ihrer Gebärmutter mithilfe einer speziellen Technik synchronisiert werden.

In-vitro-Fertilisation und ICSI

Außerhalb des weiblichen Körpers wird die künstliche Befruchtung in einem embryologischen Labor mit der In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder der Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) vorgenommen. Letztere ist eine erweiterte In-Vitro-Fertilisation. Dabei erfolgt die Mikroinjektion der Spermien in Ihre Eizellen.

Die IVF wenden Labore unter anderem bei einer Endometriose oder bei einem Eileiterverschluss an, die ICSI bei einer deutlich verminderten Samenqualität. Bei diesen Methoden erhalten Sie vorab eine höher dosierte hormonelle Spritzenbehandlung. Nach Ihrem Eisprung werden Ihnen die gebildeten Ei-Bläschen über Ihren Scheideneingang aus Ihrem Eierstock entnommen. Es handelt sich hierbei um einen Routineeingriff in Vollnarkose. Am selben Tag erfolgt der Befruchtungsprozess mit den Spermien Ihres Partners (oder eines Samenspenders).

Bei einer normalen IVF geht man davon aus, dass es aufgrund der hohen Qualität der Spermien genügt, viele von ihnen um eine Eizelle zu gruppieren. Die Befruchtung gelingt in der Regel.

Bei der ICSI kann man aus beschriebenen Gründen nicht davon ausgehen. Daher wird pro Eizelle ein gut bewegliches Spermium in die Eizelle verpflanzt. Das ermöglicht die Befruchtung auch bei reduzierter Samenqualität.

Wie erfahren Sie vom Erfolg einer künstlichen Befruchtung?

Bei den Verfahren IVF und ICSI werden Sie am Tag der Entnahme Ihrer Eizellen über die Zahl der gewonnenen Zellen und über die Qualität des Spermiogramms informiert. Am darauffolgenden Tag ist schon zu erkennen, wie viele Eizellen befruchtet wurden. Wenn Sie (und Ihr Partner) es wünschen, können Sie dann befruchtete Eizellen einfrieren lassen.

Zweiter Schritt im Ablauf einer künstlichen Befruchtung: der Embryotransfer

Der zweite Schritt der künstlichen Befruchtung ist der Embryotransfer. Dabei handelt es sich um die Rückübertragung der entstandenen Embryonen. Sie erfolgt ohne Narkose ab dem dritten bis zum fünften Tag nach der Eizellentnahme. Die Zahl der rückübertragenen Embryonen und den Zeitpunkt für den Embryotransfer legt die Klinik mit Ihnen gemeinsam fest.

Eine hohe Zahl kann, muss aber nicht zu einer Mehrlings Geburt führen. An den Transfer schließt sich eine rund 14-tägige wichtige Phase an, in welcher Sie schwanger werden können. Während dieser Phase erhalten Sie täglich das Gelbkörperhormon Progesteron. Es gibt hierfür verschiedene Darreichungsformen. Abschließend erfahren Sie durch einen Schwangerschaftstest, ob das Verfahren funktioniert hat.

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Wie unterscheiden sich die drei Verfahren?

Die IUI gilt als einfaches und preisgünstiges Verfahren. Sie kann im Spontanzyklus erfolgen, auch eine leichte Stimulation mit Tabletten wie Clomiphem oder mit Spritzen kann erfolgen. Das Einführen des aufbereiteten Spermas zur Eisprung-Zeit erfolgt mit einem sehr weichen Katheter, was schmerzlos und schnell geschieht. Die Erfolgschancen liegen bei rund 10 bis 15 %. Sie hängen auch von der Indikation ab, also von den Gründen, warum Sie vorher nicht schwanger werden konnten.

Ablauf künstliche Befruchtung

Bei der In-vitro-Fertilisation und der intrazytoplasmatische Spermieninjektion werden die Eizellen im Gegensatz zur IUI außerhalb des Körpers im Reagenzglas befruchtet, das ist der wesentliche Unterschied. Es müssen hierfür mehrere Eizellen im Zyklus heranreifen. Nur dann sind die Chancen auf eine Befruchtung hoch genug. Das Eiwachstum muss hierfür mit Hormonspritzen angeregt werden.

IUI unterscheidet sich zur IVF und ICSI dadurch, dass sie direkt im Uterus erfolgt. Die anderen beiden Abläufe der künstlichen Befruchtung erfolgen im Reagenzglas.

Mit einem weiteren Hormon erfolgt zusätzlich eine Downregulierung. Das ist die Unterdrückung eines vorzeitigen Eisprungs. Hierfür erhalten Sie entweder tägliche Hormonspritzen oder eine einmalige Depotspritze. Alternativ inhalieren Sie ein Nasenspray. Die Reife der Follikel wird mit Blutabnahmen und Ultraschall überprüft, ihre Entnahme geschieht mit einer Punktion unter kurzer Vollnarkose.

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